Sommer 2026 auf unserer Fläche
2026 ist bisher extrem trocken. Auf frisch gemähten Wiesen und abgefressenen Weiden wächst dieses Jahr kaum etwas nach – das Wasser fehlt einfach. Umso eindrücklicher ist der Kontrast: Weil wir unsere Biodiversitätsfläche stehen lassen, ist sie zu einer blühenden Insel geworden. Der geschlossene Bewuchs beschattet den Boden, hält die Feuchtigkeit und lässt tiefe Wurzeln entstehen – so kommt eine solche Fläche mit Hitze und Trockenheit deutlich besser klar als eine, die kurz geschnitten oder abgeweidet in der Sonne liegt. Genau hier zeigt sich, wie wichtig solche Rückzugsräume in Zeiten des Klimawandels werden.
Auch auf unserer Fläche leiden die Gräser unter der Trockenheit – das lässt sich nicht wegdiskutieren. Aber weil so viele verschiedene Arten nebeneinander wachsen, kommen andere Pflanzen wie Wilde Rüebli, Hundskamille oder Wiesenlabkraut deutlich besser damit klar und füllen die Lücken. Wo eine Art an ihre Grenzen stösst, übernimmt die nächste. Genau das macht eine artenreiche Fläche so widerstandsfähig.
Dieses Jahr leuchtet die Fläche in besonderer Vielfalt: Kornblumen, Wilde Rüebli, Hundskamille und Wiesenlabkraut prägen das Bild. Unser Eindruck: Es sind spürbar mehr Schmetterlinge unterwegs als in den Vorjahren – die Fläche wird gefunden und genutzt.
Wir haben dieses Jahr sehr viele Stunden in die Pflege investiert. Vor allem die Ackerkratzdistel mussten wir konsequent zurückdrängen – von Hand, Pflanze für Pflanze. Sie ist zwar selbst Lebensraum für Insekten, würde aber sofort die ganze Fläche übernehmen und die feineren Wildblumen verdrängen. Diese Arbeit ist unspektakulär, aber entscheidend.
Jeder Quadratmeter, den wir der Natur bewusst überlassen, ist ein Beitrag gegen das leise Verschwinden von Arten. Über ein Drittel der Schweizer Arten gilt als gefährdet – und gerade in trockenen Jahren wie diesem wird sichtbar, dass Vielfalt kein Luxus ist, sondern Widerstandskraft.
Wenn du unsere Fläche auch dieses Jahr wieder unterstützen möchtest, freuen wir uns riesig – jeder Beitrag hilft, sie zu pflegen und Stück für Stück zu erweitern.
Kennst du jemanden, der das Projekt auch unterstützen würde?
Via WhatsApp teilenGanz liebe Grüsse vom Biohof
Gabriel & Michael